Dankbarkeit und Feiern

Als Gemeinschaft streben wir danach, Räume zu kreieren und Strukturen zu etablieren, das Erreichte, das Schöne und die Gaben des Lebens zu würdigen und wertzuschätzen und uns darin zu üben, uns zu freuen, zu genießen und dankbar zu sein.

Dankbarsein, Wertschätzen, das Schöne sehen, uns erfreuen an den Gaben des Lebens oder eben Feiern … sind für mich ein Praktiken zur Förderung von Verbundenheit und damit Liebe. Sie machen uns Ganzer. Daher sind es Techniken der Integration.

Auf dem Weg, eine Welt zu gestalten, die für alle funktioniert, kann es leicht passieren, dass wir in einer Macher-Modus verfallen, der nur im Fokus hat, was alles noch nicht stimmt und nicht funktioniert. Wir können verdursten, weil wir in Widerstand rutschen und in einen Tunnelblick, der uns die nährenden Früchte um uns herum nicht sehen lässt.

Die oben genannten Praktiken haben alle gemein, dass sie unsere Haltung der Verbundenheit fördern wollen, indem wir das Schöne und Nährende gezielt in unseren Bewusstseinsfokus rücken.

Diese Praxis gibt uns Energie, nährt uns und macht uns in diesem Moment zu den kompletteren Wesen, die wir sein wollen. Daher streben wir als Gemeinschaft danach, Strukturen zu erschaffen, die es fördern wir als Individuen und als Gemeinschaft das Schöne im Leben im Auge behalten.

Ergänzungen:

“Du kannst nicht für alles dankbar sein – aber in jedem Moment!” sagt David Steindl-Rast.

Dankbar sein zu wollen – kann wie jede Praxis – zu einem trennenden Introjekt werden. Insbesondere kann es dazu führen, dass wir versuchen das Schmerzliche in unserem Leben zu verleugnen oder zu verdrängen, indem wir uns krampfhaft bemühen, das Schöne zu sehen.

Daher kann es helfen sich zu vergegenwärtigen, dass wir nicht für jeden Aspekt des Lebens dankbar sein können, dass es jedoch in jedem Moment des Lebens Aspekte gibt, die wir wertschätzen können, z.B. die Gelegenheit zu wachsen.

Als komplementäre Praxis ist uns daher das Betrauern so wichtig, das uns hilft in Kontakt mit dem Schmerzlichem im Leben zu kommen, ebenso wie mit unseren dahinter liegenden Bedürfnissen und Sehnsüchten. Betrauern und Feiern gehen für uns Hand in Hand als integrative Methoden in jedem Moment in Kontakt zu sein mit den vielfältigen Aspekten des Lebens und unserem Verhältnis zu ihnen.

Die Zwillingsnatur von Dankbarsein und Trauern wird auch darin deutlich, dass Zustände von Dankbarkeit häufig auch mit Traurigkeit einhergehen, z.B. in bekannten Freudentränen. Wirklich in Kontakt sein beinhaltet die Freude über das Geschenk der Verbindung und das Betrauern des oft vorhergegangenen Mangels an Verbindung.

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