psychische Krisen als Transformations-Katalysator

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Psychische Störungen in der heutigen Gesellschaft

Menschen mit psychischen Problemen (Depression, Ängsten, Süchten, in Krisen) werden in unserer Gesellschaft als Problem gesehen. Sie leiden individuell, ihre soziale Umwelt leidet mit, ihre berufliche Funktionsfähigkeit ist beeinträchtigt, es entsteht ökonomischer Schaden für die Volkswirtschaft.

Psychische Probleme werden vor allem als Störung des Individuums verstanden: ein nicht integriertes Trauma, fehlende Fähigkeit Gefühle zu zulassen, mangelnde Abgrenzungsfähigkeit, niedriger Selbstwert, fehlende Organisationskompetenz, fehlende Selbsterkenntnis, fehlende Fähigkeit die eigenen Emotionen zu regulieren …

Etwas stimmt mit dem Individuum nicht. Also schicken wir das Individuum in die Therapie, medikamentös und/oder Psychotherapie, ambulant oder stationär. Und hoffen, dass der Einzelne bald wieder repariert ist und wieder funktioniert als Ehepartner, Elternteil, Angestellter, Freund und welche anderen Rollen die Person auch ausfüllte.

Das System ist krank nicht der Einzelne

Die Verortung des Problems im Individuum ist das übliche Denken in unserer Gesellschaft, die es gewöhnt ist in Kategorien zu denken, die den Einzelnen als relativ losgelöst von seiner Einbettung in größere Systeme sieht.

Es gibt keinen ausschließlich individualiserten Blick auf ein Problem. Denn jede Therapieform beachtet auch die Umwelt, die aktuellen Belastungsfaktoren, die prägende traumatisierende Kindheit und es gibt Ansätze wie die systemische Therapie, die explizit die Störung im System verorten und nicht im Einzelnen.

Dennoch dominiert die Sichtweise, den Fokus auf das Individuum zu lenken. Das kann in bestimmten Kontexten absolut funktional und sinnvoll sein. Aber es hat die Schattenseite, dass andere Perspektiven vernachlässigt werden und dass damit das lebensdienliche Potential dieser Sichtweisen verloren geht.

Eine Alternative Sichtweise wäre die Störung im System zu sehen. Diese Perspektive ausschießlich einzunehmen wäre ebenso fahrlässig wie eine ausschließlich individuelle Sichtweise. Aber sich auf diese Sichtweise zu konzentrieren, kann manchmal sehr nützlich sein. Davon möchte ich nun Gebrauch machen.

Wie man durchaus schlüssig und ohne Unsinn zu erzählen jede Störung im Individuum verorten kann, kann man jede dieser Störungen ebenso in den Systemen verorten und dabei das Individuum ganz „gesund“ lassen.

Wenn ich nichts zu essen habe, Hunger bekomme (ohne bereits körperliche Schäden durch Verhungern oder Mangelernährung zu haben) und dann übellaunig werde deswegen, wo liegt dann das Problem?

Individuell betrachtet, könnte man sagen, dass es mir an emotionaler Regulationskompetenz fehlt oder an der Fähigkeit mir Nahrung zu besorgen. Denn könnte ich mich emotional besser regulieren, dann könnte ich trotz Hungergefühls guter Stimmung sein und wenn ich die Fähigkeiten hätte, mir Nahrung zu besorgen, dann hätte ich auch keinen Hunger.

Systemisch betrachtet …

Menschen in psychischen Krisen sind Wegbereiter für systemisch-soziale Transformation

Menschen mit psychischen Krisen weisen auf systemische Defizite hin. Sie zeigen auf, das im Außen etwas nicht stimmt. Sie sind Anzeiger. Sie Menschen mit besonders großer Sensitivität. Sie sind weniger in der Lage Defizite im Außen zu kompensieren. Diese Defizite sind da, ob ich sie individuell nicht kompensieren kann oder nicht. Wenn es zu wenig zu essen gibt und alle unterernährt sind, dann kann man so zwar leben und lernen damit umzugehen und die meisten werden damit klarkommen und zwar so sehr, dass man es für normal hält mit wenig zu Essen klarzukommen und von allen Menschen und Kindern erwartet, dass sie damit klarkommen. Diese Anpassungsfähigkeit des Menschen ist toll. Das Problem besteht darin, dass es vielleicht einen Weg gibt genug Essen für alle bereitzustellen. Eine angepasste Gesellschaft hat als Teil ihrer systemischen Stabilität gelernt diesen Aspekt auszublenden und ist erst einmal nicht mehr in der Lage an diese Option denken. Dies ist fatal, da die Kosten des Mangel und der Anpassung durchaus enorm sein können im Vergleich zu den Kosten genug essen für alle bereitzustellen. Dies passiert in unserer Kultur.

Ich möchte andere systemische Wege finden.

Ich möchte Menschen in Krisen als Gestalter nutzen.

Ich möchte

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